Mandate

Was nach dem Widerspruch in der Akte blieb

Die folgenden Berichte stammen aus Mandaten der Jahre 2025 und 2026. Namen sind mit Einwilligung gekürzt. Kein Bericht ist ein Muster für den nächsten Bescheid.

Zwei Personen im Gespräch an einem Tisch mit Unterlagen
Ein Erstattungsbescheid wird Zeile für Zeile neben den Mietvertrag gelegt.
Das Jobcenter hatte die Nachzahlung aus der Betriebskostenabrechnung im Zuflussmonat voll als Einkommen angesetzt. Frau Hartwig hat den Bescheid neben den Mietvertrag gelegt. Im Widerspruch stand, dass die Nachzahlung auf die Unterkunft gehört und nicht den Regelbedarf kürzen darf. Drei Monate später kam die Erstattung der einbehaltenen Beträge. Den ersten Termin fand ich zu knapp, weil ich drei Ordner unsortiert mitgebracht hatte. Das Sortieren lag bei mir.
Sabine Kröger, Bremen-Walle, Bürgergeld, 2025
Pflegegrad 2 statt 3. Wir haben das Gutachten Modul für Modul durchgesehen, vor allem die Mobilität und die Versorgung am Abend. Der neue Bescheid setzt Grad 3 fest. Mehr muss ich dazu nicht ausbreiten.
Helga Martens, Bremen-Nord, Pflegegeld, 2025
Beim Krankengeld fehlte der Kasse eine Anschlussbescheinigung über sechs Tage. Herr Feldmann hat die Lücke mit dem Bericht der Hausärztin geschlossen. Bewilligt wurden sechs Wochen, nicht die drei Monate, auf die ich gehofft hatte. Die Kanzlei hatte dieses Risiko vorher benannt. Unruhig blieb ich trotzdem, solange der Widerspruchsbescheid ausstand. An der Dauer bei der Kasse konnte hier niemand etwas ändern.
Torsten Ahlers, Delmenhorst, Krankengeld, 2026

Ausführlicher

Der Pkw in der Grundsicherung, Huchting

Frau E. bezieht Grundsicherung im Alter. Das Sozialamt rechnete einen älteren Pkw als verwertbares Vermögen an und lehnte die Leistung für vier Monate ab. In der Akte stand ein Schätzwert aus einer Internetanzeige, nicht aus dem Fahrzeugbrief. Der Wagen war auf die Tochter zugelassen, Frau E. nutzte ihn für die Fahrten zur Dialyse, weil der Fahrdienst die frühen Termine nicht besetzte.

Markus Feldmann hat im Widerspruch die Verwertbarkeit bestritten: der Wagen gehörte nicht zum Vermögen der Antragstellerin, und selbst ein eigener Wagen wäre als angemessenes Fahrzeug für die Behandlung nicht ohne weiteres einzusetzen gewesen. Das Amt half nach drei Monaten teilweise ab und zahlte zwei der vier Monate nach. Die anderen beiden Monate blieben versagt, weil in diesem Zeitraum ein Schonbetrag auf dem Konto überschritten war, den Frau E. zunächst nicht erwähnt hatte.

Sie sagt dazu heute, der zweite Teil der Akte sei ihr unangenehm gewesen, weil sie die Kontoauszüge erst auf Nachfrage vollständig vorgelegt habe. Der Widerspruch hat geholfen, wo die Zulassung des Wagens falsch gelesen worden war. Er hat die nicht genannten Guthaben nicht umgedeutet.

Ein kurzer Nachtrag aus Osterholz

Herr P. hatte eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld, weil die Agentur für Arbeit den Aufhebungsvertrag als versicherungswidriges Verhalten wertete. Aylin Demir hat die Kündigung des Arbeitgebers und die Betriebsratsanhörung danebengelegt. Die Sperrzeit wurde von zwölf auf sechs Wochen verkürzt. Herr P. hätte die volle Aufhebung vorgezogen und sagt das auch. Die Agentur ist bei einem Rest von sechs Wochen geblieben, weil er den Aufhebungsvertrag mitunterschrieben hatte.

Wenn Ihr Bescheid eine ähnliche Kante hat, beginnt die Arbeit mit der Prüfung oder direkt mit dem Widerspruch.